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eiderdurchstich eiderdurchstich ist männlich
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Dickdorsche Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

"Komm gut nach Hause, das müssen wir noch einmal wiederholen..." waren die Worte von Kai, als wir uns verabschiedeten.
Von Laboe ging es dann Heimwärts.

Aber nun von vorne an.
Kai und ich wollten eine Angeltour schon immmer einmal ins Auge fassen, einmal hatte es geklappt, nur die Fänge waren eben nicht so berauschend gewesen.
Nun hatte Kai noch ein Boot dazu bekommen. Ein schönes Boot und gut motorisiert.

Lange hatte es gedauert, aber ein Termin war gefunden. Samstag wollten wir in See stechen. Ich grub Freitag in gewohnter Manier die 200 Wattwürmer, welche letztendlich nur noch in Salz landen konnten, denn, die Tour fiel ins Wasser bzw. dem Wind zum Opfer.

"Aber, wenn Du Montag Zeit hast....bist herzlich eingeladen...."
Das läßt man sich doch nicht zwei Mal sagen.
Der Montag kam und das Wetter spielte unbedingt mit. Ententeich und eine erbarmungslos brennende Sonne.
Als ich in Laboe ankam, lief bereits der Motor und ich lernte Kai´s Vater kennen. Ein wirklich netter Zeitgenosse.

Leinen los und langsam ging die Fahrt aus dem Hafen. In der Kieler Förde war aufgrund der Kieler Woche eine Menge los. Also erst einmal langsam weiter.
Aber dann: Hebel auf dem Tisch und die 115 PS brachten das Boot so richtig in Wallung.

Bei spiegelblanker See gab es kaum die Schläge, die sonst so eklig in die Knochen schießen.

Eine ganze Zeit und es erfolgte ein Stopp, der aber nichts außer einen Hering einbrachte. Die Fahrt ging weiter.
Auf dem Display war ein Zielpunkt makiert. Diesen steuerte Kai an. Letztendlich nichts sehenswertes dort. Keine Kante, kein Wrackteil eigentlich rein gar nichts. Vermutlich ist der Untergrund hier etwas anders. Später hatte ich auch einen Hänger und auch einmal eine größere Muschel. Sollte das der Schlüssel zum Erfolg werden?

Mir war das so etwas von egal. Es war ein traumhaftes Wetter, auf der weiten Ostsee ganz allein, nur mit zwei weiteren netten Gesellen, was will man mehr. Für mich Urlaub pur.
Es war eigentlich ganz genau so, wie die Tour mit Jens (Meckerpott) vor geraumer Zeit. Das hatte mir damals auch so viel Freude bereitet.
Was fehlte nun nur noch zu unserem Glück? Klar, Fische.
Wenn Dorsche nicht wollen, dann sollte es später auf Plattfisch losgehen. Dafür hatte Kai sein Vater auch Würmer besorgt.
Oder wenn man zu viel Dorsch fängt....blöde Idee. Woher sollten die denn auf einmal kommen. Überall und nirgens wird z. Zt. Etwas gefangen und nun wir, mehr als 5 pro Mann.

Wenn man dann seinen Gummiköder zum Grund abläßt und weiter so in diesen Gedanken gen Horizont guckt, durchfährt es einem schon, wenn plötzlich ein: " Oh, ich hab einen!" so ganz nebenbei gesagt wird.
Kai`s Vater stand da mit einer krummen Rute. Etwas größeres musste unten der Gegner sein. Und es dauerte so seine Zeit.
Wir nahmen unsere Ruten bei Seite und guckten gespannt an die Stelle, wo die Schnur die Wasseroberfläche durchstach.
Die Rute war krumm, die Bremse kreischte immer mal wieder auf. Aber letztendlich hatte der Fisch am anderen Ende keine Kräfte mehr und konnte die letzten Meter mit wenig Gegenwehr hochgepumpt werden.
Und da konnten wir etwas helles im Blau der Ostsee erkennen. Oh man, was für ein Kaliber.
Der Dorsch lag nun an der Oberfläche und wurde Rtg. Heck gezogen, wo Kai mit einem beherzten Kiemengriff zupackte.
Der Dorsch um die 80 cm landete sicher an Deck und die Freude aller war riesig.

Die Gummis wurden wieder herabgelassen, es tat sich aber eher wenig bis gar nichts. Aber der Pilker von unserem Fänger hatte es den Dorschen angetan. Die Rute war wieder krumm. Leider schlitzte der Dorsch aus.
Dieses geschah an dem Tag diverse Male, das nur einmal am Rande.

Und dann war auch die Rute vom Kai krumm. Auch bei hm kam ein derartiger Prachtbursche sicher an Deck.
Da sich bei mir nun überhaupt nichts tat, wechselte ich auch auf Pilk. Man gut, dass ich die noch mitgenommen hatte.

Die Stelle musste erneut angesteuert werden. Jedes Mal, wenn ein Fisch gefangen worden war, waren wir so weit abgetrieben, dass keine weiteren Bisse mehr kamen.

Nun wurde ich etwas unruhig. Die anderen bedien hatten ihren Fisch und sogar schon Aussteiger und ich?
Der Pilker schlug auf dem Grund auf. Ich hob diesen einmal kurz an, um ihn dann zurücktaumeln zu lassen.
Ein leichter "Tock" in der Rute war untypisch und wurde mit einem Anschlag quittiert. Da war er, mein Dorsch. Die Bremse kreischte auf und die Rute krümmte sich. Die Schläge waren mehr als deutlich und nach nicht all zu langer Zeit kam auch für mich Dorsch Nr. 1 an dei Oberfläche. Etwas kleiner als die anderen, aber bummelig 70 cm.
Man war ich froh. Das war die Krönung des Tages für mich. Jetzt war mir alles egal. Ein Dorsch und später noch ein paar Platte, das langt.

Wie ihr euch denken könnt, war es natürlich nicht so! Die richtige Krönung folgte noch.



Zeitweise waren alle drei Ruten krumm. Jedes Mal nach dem Ansteuern der besagten Stelle, rauschten die Pilker zum Grund. Nach wenigen Pilkbewegungen stiegen die Dorsche ein.
Es wurden diverse schonend zurückgesetzt. Sie hatten nicht die Größe, die für uns verwertbar waren.

Und wieder knallte es an meiner Rute. Anschlag und es folgte ein Gegenschlag. Mein Gott, was sollte das nun werden. Keine Chance mehr. Der Fisch stand auf der Stelle. Nach einer ganzen Weile tat sich endlich etwas, es kam Bewegung in die Sache.
Aber die Gegenwehr war mehr als heftig. Es dauerte so seine Zeit und plötzlich ging alles doch wieder einfacher.
Ein Ü 80 kam an Bord und ich war stolz wie Bolle. Und siehe da, es fehlte der Beifänger. Das Vorfach war doch glatt durchgerissen bzw. Der Knoten gesprengt worden.
Mein Gott, da hingen zwei dertige Kaliber dran.....

Es ging alles immer wieder abwechselt. Jeder fing seinen Fisch. Und da war der Kai, der als erster die Metermarke knackte. Aber auch sein Vater hatte einen Dorsch, der nur knapp darunter war.
Kai meinte dann:" So, einmal noch, damit Du auch noch deinen letzten Kracher bekommst.

Zuvor hatte ich einen Hänger gehabt und meinen Liebingspilk abgerissen. Ach was sollst, schnell noch die Montur wieder fertig machen und den kleinen 40 gr. Pilk
einhängen. Den hatte ich in Norge immer zum Pollackangeln genommen.

Der Pilk taumelte herunter, aber kam unten gar nich auf dem Grund an. Wieder dieser komische Ruck. Nichts Ganzes und nichts Halbes, was von mir aber unerbittlich mit einem Anschlag quittiert wird.



Und wieder kreischte die Bremse und die Rute krümmte sich.
Das gute Stück ist schon über 30 Jahr alt, aber immer noch einer meiner Lieblingsruten.

Wie gesagt, die Bremse kreischte und der Fisch dachte gar nicht daran mit nach oben zu kommen. Ein Stoppen war auch nur bedingt möglich, er machte quasi mit mir, was er wollte.

Von der kleinen 360er Penn Slemmer war schon mächtig viel Schnur runter....oh man.
Die Fluchten wurden durch Abbremsen mit dem Finger auf der Spule erschwert und letztendlich sogar gestoppt.
Es folgte das Pumpen. Meter für Meter kam der Fisch hoch. 1 Meter hoch, zwei Meter Schnur wieder runter. Irgendwann waren die Kräfte (meine aber auch) nicht mehr so stark. Das Pumpen gen Oberfläche konnte beginnen.
Kai meinte noch, das würde läner dauern, das wäre ein Guter. Er drehte sich erst einmal sein Zigarettchen....

Es dauerte in der Tat länger. Und dann kam der weiße Bauch zum Vorschein. Ja, es war ein recht großer Fisch. "Der dürfte den Meter geknackt haben!" sagte Kai und dieser Fisch wurde dann aber im Maul gegafft. Er sollte keine letzte Chance haben, denn der kleine Pilk saß nun wirklich nicht sehr fest. Wohl weit hinten, aber eben sehr lose.

Und da lag das Prachtexemplar nun auf den Planken. Nach dem Versorgen kam das Maßband und zeigten stolze 102 cm.
Leider hatten wir keine Waage dabei. Es war für mich der bislang größte Fisch, den ich fangen durfte.



Ein Erlebnis ohne Gleichen.

Jeder hatte seine 5 Fische gefangen. Es waren alles sehr gute Fische. Alle waren zwischen gut 70 cm und 104 cm.

Zum Abschluss fuhren wir dann noch zwei Buttstellen an. Hier war die Ausbeute mager. Die Klieschen waren sehr klein. 2 schöne Schollen und eine schöne Kliesche wollten aber trotzdem noch mit nach Hause.

Das war ein Tag, wie er schöner nicht sein konnte. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei Kai für seine Einladung bedanken. Es war der Tag der Tage, welche man so sicher nicht so schnell wieder erleben wird.
Einen lieben Gruß auch an den Vater vom Kai, er war ein richtiger Kumpel.

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Gruß Carsten

25.06.2017 20:15 eiderdurchstich ist offline Email an eiderdurchstich senden Beiträge von eiderdurchstich suchen Nehmen Sie eiderdurchstich in Ihre Freundesliste auf
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Richtige Prachtexemplare zu denen man auch Dorsch sagen kannsuuuper
Toller Bericht!

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Gruß Thorsten working
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09.09.2017 13:14 Sea trout ist offline Email an Sea trout senden Homepage von Sea trout Beiträge von Sea trout suchen Nehmen Sie Sea trout in Ihre Freundesliste auf
eiderdurchstich eiderdurchstich ist männlich
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Danke dir.

Ja, das waren wirklich tolle Fische. Ich habe solche nur sehr selten fangen können/dürfen.

Und was ganz wichtig ist, es sind keine Laichdorsche. Schöne Sommerdorsche. Das Fleisch war fest und von sehr guter Qualität. Obwohl man ja immer sagt, dass der Herbst bzw. Winterdorsch das bessere Fleich hat.

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Gruß Carsten

12.09.2017 18:30 eiderdurchstich ist offline Email an eiderdurchstich senden Beiträge von eiderdurchstich suchen Nehmen Sie eiderdurchstich in Ihre Freundesliste auf
 
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